ABER HALLO!
Warum eine Wohnungsbaugenossenschaft plötzlich über Nachbarschaft redet – und ein Berliner erst mal verstehen muss, wie das hier eigentlich läuft.
Alexander: Katja, mal ehrlich: Ihr habt eine Kampagne gestartet, die einfach „Hallo Nachbar“ heißt. Ist das jetzt Marketing oder meint ihr das ernst?
Katja: Beides. Aber eher ernst. Wir merken einfach: Viele wohnen Tür an Tür – aber kennen sich nicht mehr. Früher war das normal. Heute muss man manchmal schon fast üben, einfach mal Hallo zu sagen.
Alexander: Also quasi Nachbarschaftstraining?
Katja: Wenn du so willst, ja. Aber ohne Pflichtkurs. Wir wollen einfach Gelegenheiten schaffen, dass Leute sich begegnen.
Alexander: Jetzt kommt der Berliner in mir raus: Begegnung klingt immer gleich nach Workshop.
Katja: (lacht) Keine Sorge. Niemand muss hier im Stuhlkreis sitzen. Manchmal reicht schon ein Raum, in dem Leute zusammenkommen können.
Alexander: Du meinst euren QuartierSpace?
Katja: Genau. In der Max-Herm- Straße 4 haben wir eine Wohnung umgebaut. Zwei Zimmer, Platz für etwa 25 Leute. Da wird gebastelt, gebacken, diskutiert oder einfach Kaffee getrunken.
Alexander: Also im Grunde das, was früher automatisch im Haus passiert ist.
Katja: Genau das. Nur dass wir heute manchmal einen kleinen Anstoß geben müssen.
Alexander: Und wenn ich jetzt mit ein paar Leuten eine Idee habe?
Katja: Dann kannst du den Raum einfach über unsere Website buchen. Wenn es ein offenes Angebot für die Nachbarschaft ist, kostet es nichts. Wenn jemand dort ein Business- Meeting macht, gibt es eine kleine Gebühr. Ganz fair.
Alexander: Ich merke schon: Ihr meint das ernst mit dieser Nachbarschaft.
Katja: Klar. Genossenschaft heißt ja nicht nur Wohnungen verwalten. Es geht darum, dass Menschen sich hier zu Hause fühlen.
Alexander: Also am Ende doch ganz einfach: Tür auf, rausgehen, Hallo sagen. Katja: Genau. Manchmal beginnt Gemeinschaft wirklich nur mit zwei Worten.
Eigentlich hätten wir noch weitergeredet. Das Mikrofon stand schon auf dem Tisch – und plötzlich war das Gespräch länger als geplant. Vielleicht wird daraus bald ein regelmäßiges Format über Wohnen, Brandenburg und Nachbarschaft. Wir denken gerade darüber nach.

