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Der Weg in ein sicheres Zuhause

 

Der 18. Mai 1954 kann als Geburtsstunde unserer WBG gesehen werden. An diesem Tag fand die Gründungsversammlung der AWG „Bau“ statt, dem ersten Vorläufer unserer heutigen Genossenschaft. Wir wollen dieses runde Jubiläum nutzen und wichtige Meilensteine des gemeinsamen Weges aufzeigen. Starten wir bei den frühen Anfängen im Jahr 1954.

 

Der Wiederaufbau beginnt

Wer kennt sie nicht, die Adresse Wilhelmsdorfer Straße 24/25?

Das freundlich gestaltete Eckhaus in der Brandenburger Innenstadt war, wenn man so will, die Keimzelle unserer heutigen ca. 7.500 Wohnungen.

Dabei war der Anfang gar nicht einfach. Der Krieg und schwere Bombardements hatten ganze Arbeit geleistet, so dass an dieser Stelle nur noch eine Ruine stand. Glücklicherweise waren die 25 Gründer der AWG „Bau“ gelernte Bauarbeiter. Die Motivation war groß, sollten doch 20 Familien im nächsten Jahr einziehen. Dann, bei der Schlüsselübergabe im August 1955, war dementsprechend die gesamte Stadt auf den Beinen, um sich ein eigenes Bild zu machen vom ersten Wiederaufbau. Schon damals war klar, Initiative und die Bereitschaft, mit anzupacken, sind wichtige Voraussetzungen für das Gemeinschaftswerk einer Genossenschaft.

 

Die Genossenschaft kommt in Mode

Die 60er und 70er Jahre waren dann regelrechte „Boomjahre“ für AWGs in der ehemaligen DDR und ganz besonders in Brandenburg an der Havel.

Der Stadtteil Nord war als neues städtisches Bebauungsgebiet ausgelegt worden und mit der Einführung der Industrialisierung des Wohnungsbaus gelangen beachtliche Fertigstellungszahlen. Bis 1973 entstanden in Nord insgesamt 5.200 Wohnungen, von denen etwa 3.600 von den örtlichen AWGs errichtet wurden. Das hohe Bautempo wurde vor allem durch die neu eingeführte Plattenbauweise ab 1964 erreicht.

Mit solchen Zahlen lieferte Brandenburg im Republikmaßstab Spitzenwerte. 1963 kam es dann zu einer gesetzlichen Neuordnung, die einen Konzentrationsprozess auslöste. Ziel der Zusammenschlüsse war eine Bündelung der Kräfte und eine „Erhöhung der genossenschaftlichen Bauleistungen“. Denn mit den 70er Jahren zeichneten sich am Horizont neue und sehr viel größere Aufgaben im Wohnungsbau ab – ein neues Wohnungsgebiet mit mehr als 8.200 Wohnungen sollte entstehen: Hohenstücken.

 

Mit Beginn des Jahres 1976 kam es also zu dem Zusammenschluss der AWG Fortschritt und der AWG des SWB. Die AWG Brandenburg, unsere heutige Genossenschaft, war geboren.

Obwohl jährlich fast 500 Neubauwohnungen fertiggestellt wurden, wuchs der Bedarf schneller als die Mehrfamilienhäuser in Hohenstücken. Die Zahl der Fertigstellungen erreichte zum 25-jährigen Jubiläum der AWG 1979 neue Spitzenwerte. Zu diesem Zeitpunkt lebten rund 25 % der Brandenburger in einer Wohnung der AWG.

Die rund 20 bei der AWG beschäftigten Handwerker verschiedener Gewerke waren von nun an mit Reparaturen und Sanierungen voll beschäftigt. Im Sommer 1983 konnte im Stadtteil Hohenstücken die 5.000 Wohnung übergeben werden. 1989 konnten wir auf fast 9.600 Wohnungen verweisen. Der 35. Geburtstag sollte allerdings das letzte runde Jubiläum im Arbeiter- und Bauernstaat sein. Der Beitritt der DDR zur BRD stellte die AWG, wieder einmal, vor neue Aufgaben.

 

Eine Wende auch für uns

Unsere AWG nahm diese Aufgaben und den Wandel in Angriff – von der staatlich gelenkten Wohnungspolitik hin zu einem selbständigen Unternehmen im freien Wohnungsmarkt. Als Erstes mussten dabei neue Organisationsstrukturen, wie z.B. die Vertreterversammlung, geschaffen werden. Eine neue Satzung wurde erarbeitet und nicht zuletzt ein neuer Name aus der Taufe gehoben.

Am 23. Dezember 1991 erfolgte die Eintragung der Wohnungsbaugenossenschaft Brandenburg eG beim Registergericht Potsdam. Nach der Klärung der Eigentumsverhältnisse an Grund und Boden und der damit verbundenen Grundstücksfragen konnten wir im Juni 1994 zum 40-jährigen Jubiläum eine erste positive Zwischenbilanz ziehen.

Der Schwerpunkt der Arbeit lag nun auf der Verbesserung der Wohnverhältnisse für die Mieter. Zwischen 1991 und 1995 wurde daher ein umfangreiches Dachsanierungsprogramm aufgelegt. Begleitet wurde es von einem Programm zur Fugensanierung. Wir blieben allerdings auch nicht von Leerstand verschont. Das Altschuldenhilfegesetz unterstützte dabei den Rückbau nicht benötigter Flächen. Dabei reduzierte die Genossenschaft in dieser Zeit ihren Bestand um 1.820 Wohnungen. Ebenfalls in den 90ern startete das Programm zur Sanierung aller Objekte. Dabei rückten ab 2008 der Anbau von Aufzügen, die Erneuerung der Sanitärsysteme und der Anbau komfortabler Balkonanlagen in den Mittelpunkt der Modernisierungen. Der Wohnungsmarkt war zu dieser Zeit eindeutig ein Mietermarkt. Wir setzten uns mit unseren Boni, wie dem  Kraxel-, Renovierungs- oder Servicebonus, Ausstattungsvarianten, bekannt als Wohnpakete, oder mit innovativen Grundrissvarianten erfolgreich von anderen Wohnungsanbietern ab.

 

Die Zukunft hat begonnen

Seit 2016 entwickeln wir unser „Quartier der Mitte“. Zum 70. Jubiläum wird das 4. Haus von insgesamt acht komplett modernisiert. In Nord stechen vor allem die Wohnhäuser in der Kreyssigstraße 1-18 optisch, aber auch mit ihrer technischen Ausstattungen hervor. Seit 2020 lebt unsere Kampagne #WirliebendiePlatte. Sie verbindet preiswerten Wohnraum durch Instandsetzung der Platte von außen und modernste Wohnraumgestaltung von innen.

Die Aufgaben der WBG werden sich weiter wandeln. Gutes, bezahlbares Wohnen ist und bleibt unser Kerngeschäft, insbesondere auch bei unseren komplexen Bauprojekten, seit diesem Jahr auch ermöglicht durch die Wohnraumförderung des Landes Brandenburg.

70 Jahre Genossenschaft sind aber nicht nur Wohnungszahlen und Ausstattungsvarianten. Es bedeutet auch Mitsprache und Sicherheit für die Genossenschaftler, gelebtes Miteinander im täglichen Leben und bei Veranstaltungen. Wir als Genossenschaft sehen unsere Verantwortung, und wir werden diese auch in den folgenden 70 Jahren wahrnehmen.